Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser - Wissenschaftliche Schwerpunkte

Prof. Dr. Christa Rohde-Dachser
 


Psychoanalyse der Borderlinestörungen
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Christa Rohde-Dachser hat sich vor allem durch ihre Arbeiten über Borderlinestörungen einen Namen gemacht. Sie hat an der Psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover jahrelang mit Borderlinepatienten gearbeitet. Daraus entstand 1979 ihr Buch „Das Borderlinesyndrom“ (Bern, Huber-Verlag 1979), das 2004 in der nunmehr 7. Auflage erschienen ist. Seitdem hat sie zu diesem Thema eine Vielzahl weiterer Arbeiten veröffentlicht, zuletzt 2010 in der Zeitschrift PSYCHE (Jg. 64, S. 862-889) „Schwermut als Objekt. Über Struktur und Inhalt der Borderline-Depression“. Download.
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2009 erhielt sie für ihre  wissenschaftlichen Beiträge zur Erforschung und Therapie von Borderlinestörungen den Margit Egnér-Preis für Anthropologische Psychologie der Universität Zürich.

Psychoanalyse der Geschlechterdifferenz
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Nach ihrer Berufung an die Universität Frankfurt wandte sich Christa Rohde-Dachser vermehrt auch feministischen Fragestellungen zu. In einem mehrjährigen, von der Breunigner-Stiftung unterstützten Forschungsprojekt untersuchte sie Unterschiede im Umgang mit Wünschen und Aggression bei Männern und Frauen, die sich in zahlreichen Veröffentlichungen niederschlugen (siehe dazu u.a. „Aggression, Zerstörung und Wiedergutmachung in Urszenenphantasien“ in PSYCHE 2001 (Jg. 55, S. 1051-1085)  (Download). 1991 erschien im Springer-Verlag, Heidelberg, ihr seithher mehrmals neu aufgelegtes Buch „Expedition in den dunklen Kontinent. Weiblichkeit im Diskurs der Psychoanalyse“ (zuletzt als Taschenbuch 2003 im Psychosozial-Verlag Gießen).

Psychoanalyse und Kultur
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Als Soziologin interessierte sich Christa Rohde-Dachser immer schon für die Verbindung von Psychoanalyse und Kultur. In der Nachfolge Alexander Mitscherlichs initiierte sie dazu an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt unter anderem eine mehrjährige Vortragsreihe mit dem Thema „Zeitdiagnosen“, in dem namhafte Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker sich kritisch mit Phänomenen der Moderne auseinandersetzten. Die Vorträge sind in fünf von ihr herausgegebenen Büchern im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, erschienen, das letzte 1995 unter dem Titel „Liebe und Krieg“.

Psychoanalyse und Religion
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In den letzten Jahren verschob sich dieses Interesse immer mehr auf die Beziehung von Psychoanalyse und Religion (siehe dazu u.a. die 2009 erschienene  Arbeit „Todestrieb, Gottesvorstellungen und der Wunsch nach Unsterblichkeit“ (Psyche - Z Psychoanal 63: 973-998). (Download).

Psychoanalyse und Film
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Kollektive unbewusste Phantasien einer Zeitepoche lassen sich auch durch die psychoanalytische Betrachtung von Filmen erkunden. Christa Rohde-Dachser hat sich unter diesem Aspekt seit vielen Jahren für die Verbindung von Psychoanalyse und Film interessiert. Im Rahmen einer psychoanalytischen Veranstaltungsreihe im Szene-Kino „Mal seh’n“ in Frankfurt und seit 2013 auch im kommunalen Kino des Künstlerhauses Hannover interpretiert sie derzeit regelmäßig zeitgenössische Filme. Einige Vorträge stehen auf der Seite „Filmbesprechungen“ auch zum Downloaden bereit.

Psychoanalyse und Kreativität
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Ihren Abschiedskongress von der Universität Frankfurt stellte Christa Rohde-Dachser unter das Thema „Psychoanalyse und Kreativität“. „Unaussprechliches gestalten. Psychoanalyse und Kreativität“ ist der Titel des Buches, in dem die dort gehaltenen Vorträge veröffentlicht wurden (Vandenhoeck & Ruprecht 2003). Das Titelbild zeigt Paul Klees „Abfahrt der Schiffe“ (1927), als ein Symbol des Abschieds, aber auch des Aufbruchs zu Neuem, noch Unbekanntem und seiner Gestaltung als kreative Aufgabe.




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